Jeder von Hochwasser oder Sturzfluten Betroffene ist gesetzlich verpflichtet, selbst Vorsorgemaßnahmen zur Schadensminderung am eigenen Grundstück zu treffen (WHG § 5, Abs. 2).

Wissen Sie, ob Sie betroffen sein könnten?

 

Warnung und Vorhersage

Warnungen vor Hochwasser, Starkregen und anderen Gefahren werden in Deutschland über viele Kanäle verbreitet. Eine Zusammenstellung der wichtigsten Warn-Apps und Quellen für das Saarland finden Sie unter Vorhersagen, Warnungen.  Informieren Sie sich über örtliche Warnsysteme an Ihrem Wohn- oder Aufenthaltsort.

Installieren Sie Warnapps und aktivieren Sie persönliche Warnbenachrichtigungen auf ihrem Handy ein und halten Sie eine Powerbank bereit.

Persönlicher Notfallplan

Informieren Sie sich über mögliche Gefährdungen ihres Grundstückes/ihres Gebäudes, z.B. über Hochwassergefahrenkarten oder Sturzflutgefahrenkarten Ihrer Stadt oder Gemeinde. Viele Kommunen haben bereits Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzepte, in denen sowohl öffentliche als auch private Vorsorgemaßnahmen vorgeschlagen werden.  Engagieren Sie sich ggf. bei der Aufstellung oder Überarbeitung der Vorsorgekonzepte, z.B. bei Bürgerversammlungen.

Zur Vorbereitung auf Notfälle wie Hochwasser und Starkregen, sollten Sie einen persönlichen Notfallplan erstellen. Dazu gehören Listen mit wichtigen Telefonnummern, wichtigen Aufgaben, Informationsstellen, Fluchtwege, sichere Parkplätze, Sammelstellen für Evakuierungen oder Sandsackausgabestellen. Dazu kommen eine persönliche Grundausstattung, persönliches Notfallgepäck und Vorräte. Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen und eine Checkliste hierzu finden Sie beim BBK.

Sie sollten keine wertvollen Gegenstände im Keller oder Erdgeschoss lagern, wenn diese Räume durch Hochwasser, Sturzfluten oder Druckwasser betroffen sein können.

Üben Sie Nachbarschaftshilfe: Sprechen Sie sich mit Ihren Nachbarn ab, z.B. zur Zusammenarbeit und für längere Abwesenheiten. Denken Sie auch an die Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen in der Nachbarschaft oder in Ihrem Verwandten-/Bekanntenkreis.

Lassen Sie Ihre Rückstauklappe einmal im Jahr von einem Fachbetrieb warten.

Notieren Sie sich Maßnahmen die z.B. bei einem bestimmten Pegelstand notwendig waren und überprüfen und aktualisieren Sie Ihren Notfallplan regelmäßig.

 

 

HKC-Hochwasser-Pass

Für die Ausstellung eines Hochwasser-Passes schätzen geschulte Fachleute vor Ort das Risiko eines Gebäudes durch Hochwasser, Starkregen und Kanalrückstau ein und geben Hinweise, durch welche Maßnahmen der Eigenvorsorge das Risiko vermindert werden kann. Darüber hinaus kann der Hochwasser-Pass als Nachweis dienen, in wieweit ein Gebäude gegen Folgen von Hochwasser und Starkregenfolgen angepasst ist. Informationen zum Hochwasser-Pass und weiteren Hochwasserthemen finden sie auf den Seiten des HochwasserKompetenzCentrums (HKC). Hier finden Sie auch einen Quick-Check, der schnell und kostenlos bei einer ersten Risikoeinschätzung für ein Gebäude hilft.

Im Saarland wird die Erstellung eines standardisierten Hochwasserpasses für Wohngebäude gemäß HKC mit bis zu 500 € gefördert. Informationen über Hintergrund, Voraussetzungen und Umfang der Förderung finden Sie hier.

 

Bauvorsorge

Hochwasserangepasstes Planen, Bauen und Sanieren

Die Hochwasserschutzfibel des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen hilft, im Rahmen der Eigenvorsorge vor, während und nach einem Hochwasser fundierte Entscheidungen zu treffen, Schäden zu vermeiden oder zu vermindern. Sie enthält auch Checklisten zur Planung der privaten Hochwasservorsorge und Informationen für eine Hochwasserausrüstung.

Die Veröffentlichungen  "Starkregeneinflüsse auf die bauliche Infrastruktur", "Leitfaden Starkregen - Objektschutz und bauliche Vorsorge"  und "Klimaangepasste Gebäude und Liegenschaftendes Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) helfen, die von Starkregen ausgehenden Gefahren für die eigene Immobilie besser einzuschätzen und durch bauliche Maßnahmen zu minimieren und zum richtigen  Verhalten, sollten Sturzfluten trotz aller Schutzmaßnahmen einmal Keller oder Erdgeschoss treffen. 

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): bietet vielfältige Informationen zur Vorsorge und Verhalten bei Hochwasser und Starkregen, z.B. die Videos Hochwasser - wie man Gebäude davor schütztStarkregen - wie man Gebäude davor schützt  und den Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Verhalten in Notsituationen. 

Die Versicherer, das Verbraucherportal der deutschen Versicherer (GDV): Star­kre­gen: Mit die­sen 7 Tipps schüt­zen Sie Ihr Haus

Kompetenzzentrum Hochwassermanagement und Bauvorsorge: Poster "Möglichkeiten der Bauvorsorge im Bestand"

 

Rückstausicherung und Überflutungsschutz:

Stadtentwässerung Pirmasens, Rückstausicherung und Überflutungsschutz: Film Bürgerinformation zur Grundstücksentwässerung  -  überall gültig

 

Gewässeranlieger

Gewässeranlieger haben eine besondere Verantwortung für den Zustand und Funktion der Gewässer.

Die Gemeinnützige Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung GmbH (GFG) gibt Informationen zur naturnahen und ökologisch verträglichen Gewässerunterhaltung und -entwicklung.  Für Gewässeranlieger ist das Faltblatt "Informationen für Gewässeranlieger" besonders interessant  und wichtig. Es ist auf Deutsch Türkisch, Englisch und Russisch erhältlich.

Poster und Faltblätter zu Fortbildungsthemen der GFG wie die "Informationen für Gewässeranlieger", "Totholz in Fließgewässern", "Ufergehölze und Gehölzpflege" u.a. können von der Seite der GFG digital abgerufen oder dort bestellt werden.

 

Informationen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ist seit 2004 die zentrale Stelle des Bundes für den Bevölkerungsschutz in Deutschland. Im BBK werden alle Bereiche der Zivilen Sicherheitsvorsorge fachübergreifend und damit zu einem wirksamen Schutzsystem für die gesamte Bevölkerung zusammengesetzt.

Neben den Hinweisen und Tipps zur Bauvorsorge/Objektschutz bei Hochwasser und Starkregen finden sie auf den Seiten des BBK  Informationen und eine Checkliste zu Vorsorge und Verhalten bei Hochwasser, Starkregen und Unwetter: was Sie tun können, um sich vorzubereiten, was Sie im Hochwasserfall tun können, was zu beachten ist, wenn das Hochwasser zurückgegangen ist und weitere Informationen. Außerdem gibt es Informationen zur allgemeinen Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen.

 

Verhalten bei Hochwasser: Gefahr Keller

Keller dürfen bei Hochwasser nicht mehr betreten werden! LebensgefahrGefahren drohen von der Stromversorgung (Stromschlag!), Dunkelheit und aus versperrten Ausgängen/Türen schon bei niedrigem Wasserstand im Keller.

Die Sendung Quarks zeigt eindrücklich die Gefahren, die von Überflutungen bei Hochwasser oder Starkregen ausgehen: Die Gefahrenquellen im Keller

 

Finanzielle Vorsorge: Elementarschadenversicherung

Naturgefahren erkennen - elementar versichern

Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz Saarland (MUKMAV), Thema Wasser:

Kann ich mich versichern - Welche Möglichkeiten bestehen?

Verbraucherzentrale:

Regen, Hagel, Sturm und Gewitter: Wofür haftet welche Versicherung?

Versicherungsschutz für Elementarschäden

Beratungstelefon zu Versicherungsschutz bei Elementarschäden: 06131 2848126, Montag 10-13; Mittwoch 14-17 Uhr

Die Versicherer, das Verbraucherportal des GDV:

 Die 3 häu­figs­ten Irr­tü­mer bei Hoch­was­ser und Wie hoch ist die Hochwassergefahr für Ihr Haus -  Der Hochwassercheck

 

Für Kinder

BBK: Max und sein Hund Flocke erleben ein Hochwasser nach Starkregen und gehen der Sache auf den Grund und lernen, wie man sich auf Hochwasser vorbereitet und bei Hochwasser verhält:   Hochwasser im Helferland  und   Pitschnass - Überschwemmungen und Erdrutsche

WDR: Die Sendung mit der Maus: Wie entsteht Hochwasser? Armin erklärt, wie Hochwasser entsteht und warum es so gefährlich ist.

HKC: Lernen - Verstehen - Vorbereitet sein: Das Bewusstsein für das Risiko durch Überflutungen bildet den Grundpfeiler für richtiges und schnelles Handeln in Gefahrensituationen. Besonders wirkungsvoll ist eine Sensibilisierung dann, wenn sie so früh wie möglich ansetzte, etwa im Kindesalter. Aus diesem Grund entwickelte das HKC im Rahmen des KAHR-Projektes Angebote zur Überflutungsvorsorge für Kinder im Grundschulalter: Ein Kinderworkshop und ein Kinder-Vorsorge-Rucksack. Das Material wird durch das HKC kostenlos bereitgestellt und kann gerne zur Umsetzung genutzt werden.

Pixi-Wissen: Starkregen und Dürre - Wie gehen wir mit Wasserextremen um? Während einer Trockenperiode im Sommer erleben drei Schulkinder die dramatischen Auswirkungen eines Starkregenereignisses und setzten sich damit auseinander, wie wir in Zukunft besser mit solchen Extremen umgehen können. Dabei werden themenspezifische Begriffe und Prozesse, wie Verdunstung, der Einfluss des Klimawandels und das Prinzip einer Schwammstadt kinderfreundlich erklärt. Ein Quiz bietet die Möglichkeit das neue Wissen direkt anzuwenden. Weitere Informationen finden Sie hier.  Exklusive Ausgabe für die BMBF-Fördermaßnahme "Wasser-Extremereignisse (WaX) für Kinder ab sechs Jahren.